Yin Yoga

In der Ruhe liegt die Kraft.

KONFUZIUS

 

  Yin und Yan sind die beiden Grundpolaritäten, die unserem Leben zugrunde liegen. Sie sind immer entweder im Gleichgewicht oder im Ungleichgewicht. Das gilt sowohl für unseren physischen Körper als auch für die kognitiven und emotionalen Aspekte unseres Seins. Yin und Yan bedingen einander und können nicht ohne einander sein. Sie sind Kopf und Zahl der gleichen Münze.

  Die Yan-Seite unserer Natur ist meistens eher aktiv und mit Qualitäten verknüpft, die im allgemeinen Sprachgebrauch als „männlich“ bezeichnet werden. Unsere Yin-Seite hingegen ist in der Regel weniger aktiv und weist häufig eher „weibliche“ Qualitäten auf.

  So wie Yin und Yan miteinander verwoben sind, ist die Muskulatur unseres Körpers mit den tiefen Bindegewebsschichten, den sog. Faszien verbunden, die in Form von Knorpel, Sehnen und Bändern die Muskeln mit den Knochen und Gelenken verbinden. Der Kollagen-Anteil dieser Bindegewebsschichten ist sehr hoch, deshalb sind sie relativ unelastisch und brauchen länger, um auf einen Dehnungsimpuls zu reagieren. Durch das Verweilen in den Yin-Posen wird die tiefe Schicht des Bindegewebes stimuliert und gedehnt. Warum ist das so wichtig? Weil sich das Bindegewebe mit dem Alter verändert und bereits ab unserem 30. Lebensjahr damit beginnt, erheblich an Elastizität zu verlieren.

  Yin-Yoga lehrt uns, die Kraft der Langsamkeit und Stille wieder mehr wertzuschätzen und führt uns behutsam wieder in Berührung mit unserem wahren Selbst.